7. Multiplikatorinnen und Multiplikatoren
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren interkulturell, technisch und methodisch qualifizieren.
These: Multiplikatorinnen und Multiplikatoren haben bei der Vermittlung von Onlinekompetenz an Menschen mit Migrationshintergrund ein besonderes Potenzial, das verstärkt genutzt werden sollte. Multiplikatorinnen und Multiplikatoren können Ehrenamtliche, Sozialarbeiterinnen, Sozialarbeiter, Erzieherinnen, Erzieher, Pädagoginnen und Pädagogen, Eltern, Freunde etc. sein.
Begründung: Die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren können als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner vor Ort dienen und kennen die Bedürfnisse der Zielgruppe zum Teil aus eigener Erfahrung, was eine zentrale Voraussetzung bei der Vermittlung von Onlinekompetenz darstellt. Sie haben ein besonderes Vertrauensverhältnis zu den Lernenden und werden mit ihrer Kompetenz ernst genommen. Sie ermöglichen Prozesse informellen Lernens – oftmals in den Alltag eingebettet. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren selbst einen Migrationshintergrund haben und in Migrantenselbstorganisationen eingebunden sind. Die adressierte Zielgruppe kann sich durch ähnliche Sozialisationserfahrungen und der mitunter gleich gesprochenen Sprache besser verstanden fühlen. Häufig fehlen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren jedoch technische und methodische Kompetenzen. Auch interkulturelle Kompetenz bedarf einer Qualifizierung und kann nicht vorausgesetzt werden, auch nicht bei Personen mit Migrationshintergrund.
Um die Vermittlung von Medienkompetenz auf einer breiten Basis zu ermöglichen, muss das Potenzial von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren erschlossen und diese in einer geeigneten Form begleitet werden. Insbesondere sollte hier das Potenzial von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren mit Migrationshintergrund bzw. interkultureller Kompetenz eingebunden werden. Multiplikatorinnen und Multiplikatoren müssen gezielt für die Vermittlung von Onlinekompetenz interkulturell, technisch und methodisch qualifiziert werden. Ziel ist die Vermittlung von Methodenwissen zur Anleitung von Gruppenprozessen und zur Initiierung von Lernprozessen in (multi-)ethnischen Gruppen. Neben Qualifizierungsangeboten sollten geeignete Strukturen für Begleitung und Austausch der Multiplikatorinnen und Multiplikatoren geschaffen werden.
Gute Beispiele:
Die Stiftung Digitale Chancen bietet in ihrer Initiative Surfen zum Job ein kostenloses Schulungsangebot für Mitarbeitende in öffentlichen und sozialen Einrichtungen zur „Jobsuche online für sozial- und bildungsbenachteiligte Jugendliche“ an, insbesondere für Jugendliche mit türkischem und russischem Migrationshintergrund.
www.surfen-zum-job.de
Die Projektwerkstatt Umwelt und Entwicklung e. V. setzt für die Internetangebote Mentorinnen und Mentoren in dem Projekt IMES – Neue Bildungsangebote und -methoden für die Integration von Migranten in die Europäische Gesellschaft ein. Die Mentorinnen und Mentoren erhalten zu Beginn ihrer Tätigkeit eine ausführliche technische und didaktische Qualifizierung, um sie auf informelle Lernsituationen vorzubereiten. www.imes.info
Für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren hat der Internationale Bund e. V. im Projekt JINGLE-transfer die Erfahrungen und Ergebnisse aus E-Learning-Projekten zur beruflichen Integration gebündelt. Es wurde ein internetgestütztes Fortbildungsangebot für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren erstellt. www.jingle-transfer.de
Im Rahmen des Projekts BEO – Berufsorientierung und Deutsch als Fremdsprache in EDV-Kursen des Verbunds für interkulturelle Kommunikation und Bildung e. V. (Verikom) wurden einheitliche Lernmaterialien und Curricula entwickelt. In 40 Kurseinheiten werden Multiplikatorinnen und Multiplikatoren auf die Vermittlung und Erprobung der spezifischen Methodik und Didaktik von IT-Kursen des BEO-Projekts anhand der zielgruppenspezifischen Lehrmaterialien vorbereitet. www.verikom.de















