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4. Potenzial Migrantinnen und Migranten

Migrantinnen und Migranten sowie ihre (Selbst-)Organisationen als Akteure anerkennen und stärken sowie in die Entwicklung, Umsetzung und Bewertung von Maßnahmen zur digitalen Integration einbinden.

These: Migrantinnen und Migranten sind Expertinnen und Experten ihrer Lebenslagen und als solche kommt ihnen eine zentrale Multiplikationsfunktion zu. Ihre (Selbst-)Organisatio¬nen haben darüber hinaus auch politische und strategische Bedeutung. Als eigenständig Verantwortliche, aktiv Gestaltende oder als Gleichberechtigte in einer Kooperation oder Partnerschaft sowie als positive Vorbilder im Prozess der digitalen und gesellschaftlichen Integration haben sie bisher kaum Bedeutung. Der Aufbau von Onlineangeboten von (Selbst-)Organisationen kann die eigene Kompetenz und Netzwerkbildung stärken sowie gleichzeitig die öffentliche Sichtbarkeit erhöhen.

 

Begründung: Als einen Erfolgsfaktor in Maßnahmen identifizieren bisherige Studien das Ein¬beziehen von Migrantinnen oder Migranten selbst oder von Migrantenselbstorganisationen in die Planung und Umsetzung. Das geht weit über das übliche Verfahren hinaus, Vertreterinnen bzw. Vertreter der „Zielgruppe“ nur punktuell und auf informeller Ebene als Ratgeber einzube¬ziehen. Migrantenselbstorganisationen oder sozial bzw. politisch engagierte Einzelpersonen können bereits bei der Konzeption von Projekten gewährleisten, dass die Ideen zielgruppenge¬recht umgesetzt werden. Auch können sie als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in ihren Einrichtungen wirken, Teilnehmende für Projekte gewinnen und somit zu deren Erfolg beitra¬gen. In der Regel können sie auf ein großes Netzwerk zurückgreifen und Synergien schaffen. Migrantenselbstorganisationen haben das Know-how und das Potenzial, aussagekräftige Onlineplattformen zu generieren und zu pflegen, die ihre Zielgruppe mit relevanten Informa¬tionen versorgen. Dabei können sie aufgrund ihrer eigenen Mehrsprachigkeit auf die Sprach¬bedürfnisse mit entsprechenden Sprachangeboten eingehen. Eine Einbindung bzw. Durchfüh¬rung eigener Projekte seitens der Migrantenselbstorganisationen führt zudem zu einer Erhöhung des Qualitätsniveaus von Maßnahmen und Projekten.

Die Einbindung von Migrantenselbstorganisationen bei der Entwicklung, Planung und Umsetzung von Maßnahmen und Projekten sollte selbstverständlich werden und Ausschreibungen sollten entsprechend formuliert sein. Migrantenselbstorganisationen müssen darüber hinaus in die Lage versetzt werden, die eigene Onlinekompetenz zu stärken und eigene Projekte zu initiieren. Migrantenselbstorganisationen sollten beim Aufbau von Onlineplattformen für und mit Migrantinnen und Migranten gefördert werden.

Gutes Beispiel:

Das Ressort Zuwanderung und Integration der Stadt Wuppertal hat das Wuppertaler Integrationsportal initiiert. Das Portal wurde gemeinsam mit den Integrationsdiensten der Wohlfahrtsverbände, Migrantenselbstorganisationen, dem Migrationsausschuss und der Regionaldirektorin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge entwickelt. Das Integrationsportal bündelt Verwaltungsinformationen und -dienste für Zugewanderte ebenso wie Angebote von Migrationsdiensten und Migrantenselbstorganisationen in englischer, türkischer, russischer und französischer Sprache. Die positive Resonanz auf das Portal liegt daran, dass von Beginn an darauf geachtet wurde, die verschiedenen Akteure der Integrationsarbeit in die Planung, Durchführung und nachhaltige Sicherung des Projekts einzubinden. www.integration-in-wuppertal.de

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