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3. Forschungsbedarf und -förderung

Empirische Studien und Begleitforschung zu Praxisprojekten anregen und öffentlich fördern.

These: Forschungen, die das konkrete Nutzungsverhalten und den Umgang mit digitalen Medien von Migrantinnen und Migranten identifizieren und in Hinblick auf das Potenzial zur gesellschaftlichen Integration analysieren, sind im allgemeinen öffentlichen Interesse, bisher jedoch kein expliziter Bestandteil der Integrationspolitik in Deutschland. Erfolge, Erfahrungen und Risiken von Maßnahmen und Projekten werden nur selten über eine Begleitforschung nachhaltig gesichert, um eine Grundlage für Qualitätssicherung und -entwicklung zu bieten.

 

Begründung: Bisherige Forschungsergebnisse zeigen, dass sich das Handlungsfeld der digialen Integration von Migrantinnen und Migranten in politischen, sozialen und kulturellen Netzen abspielt. Hier zeigt sich ein komplexes Zusammenspiel aus dem jeweiligen kulturellen Hintergrund der Beteiligten, aus den Praktiken und Strategien der Organisationen, den interkulturellen sowie den Lehr-, Lern- und Sprachkompetenzen. Eine bessere Kenntnis der fördernden und hemmenden Faktoren ermöglicht die Entwicklung bzw. Weiterentwicklung von Qualitätsstandards für zukünftige Projekte und Maßnahmen. Diese Standards wiederum können im Rahmen einer Begleitforschung für die Analyse der Wirksamkeit von Maßnahmen genutzt und zur Identifizierung von guten Beispielen eingesetzt werden. Für die Akteurinnen und Akteure in den Maßnahmen geben die Ergebnisse der Begleitforschung darüber hinaus hilfreiche Hinweise für zukünftige konkrete Verbesserungen

Die öffentliche Förderung einer interdisziplinär angelegten Grundlagenforschung zur Nutzung von digitalen Medien und insbesondere von Onlineangeboten in Abhängigkeit vom Migrationshintergrund muss nachdrücklich forciert werden, um eine verlässliche Basis für zukünftige quantitative und qualitative Untersuchungen zu schaffen. Erst eine systematisch angelegte Begleitforschung von Praxisprojekten wird darüber hinaus konkrete Erfolgsfaktoren ermitteln und Instrumente beschreiben können, die für die Konzeption und Durchführung von Maßnahmen vor Ort bedeutsam sind. Erheblicher Nachholbedarf für beide Forschungsfelder besteht bei der Berücksichtigung der Nutzungsinteressen und -präferenzen verschiedener und insbesondere bisher kaum beachteter Gruppen von Migrantinnen und Migranten, wie die von Flüchtlingen, von Asylsuchenden, von älteren Erwachsenen und von Italienerinnen und Italienern.

Gute Beispiele

Das Projekt Senioren: Medien – Migration – Integration – Partizipation vom Bennohaus Münster hat die Medienkompetenz und interkulturelle Kompetenz von älteren Migrantinnen und Migranten gefördert. Die Universität Münster hat eine wissenschaftliche Beglei¬forschung durchgeführt. Es wurden übertragbare Erfolgsfaktoren sowie kritische Erfolgsfaktoren für die Entwicklung weiterer Projekte für ältere Migrantinnen und Migranten entwickelt. www.bennohaus.org
Im Projekt IMES – Neue Bildungsangebote und -methoden für die Integration von Migranten in die Europäische Gesellschaft wurden umfangreiche digitale Kompetenzen sowie Fähigkeiten vermittelt, die Bürgerinnen und Bürger bei der Wahrnehmung ihrer aktiven Staatsbürgerschaft benötigen. Die Projektwerkstatt für Umwelt und Entwicklung hat das Projekt evaluiert und ein Qualitätsmanagement durchgeführt. Zusätzlich zur internen Evaluation wurde das Projekt von einem externen Wissenschaftler mit einer qualitativen Begleitforschung untersucht, sodass Teilergebnisse der Forschung in das Projekt zur kontinuierlichen Verbesserung zurückfließen konnten. www.imes.info

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