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"Zeit, dass sich was dreht" - Technik ist auch weiblich! - Studie identifiziert erfolgreiche Projekte zum Imagewandel technischer Berufe

Ein neues Image muss her! Technische Berufe gelten in Deutschland immer noch als unattraktiv für den weiblichen Nachwuchs. Die vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration in Auftrag gegebenen Studie "Zeit, dass sich was dreht" - Technik ist auch weiblich! identifiziert erfolgreiche Projekte in NRW, die zeigen wie das Image von technischen Ausbildungen und Berufen wirksam verändert werden kann. Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf dem Ruhrgebiet.

Bereits anlässlich des Tags der Technik am 15. Juni in Düsseldorf diskutierten Dr. Marion Gierden-Jülich, Staatssekretärin im Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, VDI-Direktor Dr. Willi Fuchs, die Chefredakteurin Landesprogramme Fernsehen des WDR, Gabi Ludwig, und Dr. Jutta Klöwer, Leiterin Forschung und Entwicklung bei ThyssenKrupp VDM, unter der Moderation von Christine Westermann über erste Ergebnisse der Studie. Die Untersuchung zeigt, dass es zwar vielfältige innovative und erfolgreiche Frauentechnikprojekte in Nordrhein-Westfalen gibt, diese aber bislang eher punktuell bleiben und daher (noch) keine breite Auswirkung auf das Studien- und Berufsinteresse von Frauen.

In der Diskussion wurde deutlich, dass nur durch eine verstärkte Zusammenarbeit das Image von technischen Ausbildungen und Berufen in der "weiblichen" Öffentlichkeit wirksam verbessert werden kann, um den Anteil von Frauen in technischen Bereichen zu steigern. Hervorgehoben wurde insbesondere auch die Notwendigkeit ganzheitlicher Konzepte, die von einer frühen Heranführung an Technik schon in der Grundschule bis hin zur Karriereförderung von Wissenschaftlerinnen reichen.

"Zeit, dass sich was dreht" - die in der Studie identifizierten vorbildlichen Maßnahmen in NRW zeigen Wege auf, wie nachhaltig weiblicher Nachwuchs für technische Bereiche gewonnen werden kann. Bislang ist eine Ungleichverteilung der Maßnahmen erkennbar, erfolgreiche und innovative Maßnahmen zeigen sich an Schulen ab der Sekundarstufe I, in der Berufsorientierung und im Hochschulbereich. Deutlich weniger Aktivitäten gibt es im vorschulischen Sektor und im Grundschulbereich, obwohl solche Maßnahmen frühzeitig greifen müssen, um ein frühes Desinteresse der Mädchen gegenüber klassischen technischen Ausbildungen und Berufen zu verhindern. Es fehlt aber auch an entsprechenden breit wirkenden Maßnahmen für Studentinnen in der Hauptstudien- und Berufseinstiegsphase. Die Studie zeigt ein starkes Engagement einzelner Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Stiftungen zu Stärkung der naturwissenschaftlich-technischen Bildung, oftmals ohne spezifische Konzepte zur Ansprache junger Frauen. Hierdurch könnte eine stärkere Breitenwirkung solcher Maßnahmen erreicht werden. Ebenfalls zu erkennen ist, das in den sogenannten MINT-Angeboten naturwissenschaftliche Phänomene überwiegen und technische Inhalte eher in den Hintergrund treten.

Die erheblich zurückgegangen Zahlen der Studienanfängerinnen und -anfänger in den Ingenieurwissenschaften zeigen aber, dass es Zeit ist, den Nachwuchs für die Technik zu begeistern. So nahmen 2006 bundesweit 4,4 % weniger Frauen und Männer ein ingenieurwissenschaftliches Studium auf als im Vorjahr. In NRW sank die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger sogar um 6,5 %. Diese Entwicklung ist besonders bedenklich, da die in NRW eingeschriebenen Studierenden der Ingenieurwissenschaften insgesamt ein Viertel (25,2 %) aller bundesweit eingeschriebenen Studierenden dieser Fächergruppe ausmachen.

Fazit der Studie: Erforderlich ist die Etablierung effizienter, nachhaltiger Strukturen und Netzwerke, die junge Frauen frühzeitig für technische Ausbildungen und Berufe motivieren und sie in ihren beruflichen Karrieren unterstützen. Eine solche Strategie zur Gewinnung von mehr Mädchen und Frauen für technische Bereiche kann nur gemeinsam mit Unternehmen, Stiftungen, Kammern und technischen Verbänden umgesetzt werden. Hierzu bietet die Studie zahlreiche Anregungen und Möglichkeiten zum Engagement. Sie wurde durchgeführt vom Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit und gefördert aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union.

Die Studie liegt zum Download unter:

 

Kontakt:

Christina Haaf M.A.
Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wilhelm-Bertelsmann-Strasse 10, 33602 Bielefeld
fon: +49 521 106-7324 fax: +49 521 106-7171
mailto: haaf@kompetenzz.de
http://www.kompetenzz.de

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