Höchste Forschungsförderin Europas
Die emeritierte ETH-Professorin und Wissenschaftsforscherin Helga Nowotny wird neue Präsidentin des Europäischen Forschungsrates (European Research Council, ERC). Das Gremium finanziert Grundlagenforschung in Europa mit jährlich rund einer Milliarde Euro. Helga Nowotny erklimmt damit die höchste Stufe in der europäischen Forschungsförderung.
Der Europäische Forschungsrat wurde 2007 von der Europäischen Kommission im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms der EU-Kommission gegründet, an welchem auch die Schweiz beteiligt ist. Das Gremium finanziert und steuert europaweit hervorragende Grundlagenforschung und ist damit vergleichbar mit der US-amerikanischen National Science Foundation. Der Gesamtetat des ERC für die Jahre 2007 bis 2013 beträgt 7,5 Milliarden Euro.
Einziges Kriterium: Exzellenz
Die Fördermassnahmen des Europäischen Forschungsrats ermöglichen, zusätzlich zu den bisherigen thematischen Programmen, Forschung an den Grenzen des Wissens: Hierfür steht der Begriff « Frontier Research», der spezifisch auch Hochrisiko-Forschung umfassen soll. In den Programmen des ERC gibt es keine thematische Einschränkung, einziges Kriterium für die Auswahl ist Exzellenz. Jüngste Beispiele für ERC-Förderungen an der ETH sind die elf ERC Advanced Grants in der Gesamthöhe von 26,5 Millionen Franken, welche ETH-Professoren im Dezember 2009 erhalten haben.
Helga Nowotny war bisher ERC-Vizepräsidentin und löst ab 1. März 2010 den griechischen Molekularbiologen Fotis C. Kafatos ab. Ihr Erfahrungs- und Leistungsausweis ist eminent: Sie war zwischen 1987 und 1996 Ordinaria am Institut für Wissenschaftsforschung an der Uni Wien. Danach berief sie die ETH Zürich auf die Professur für Wissenschaftsforschung und Wissenschaftsphilosophie. Hier leitete sie von 1998 bis zu ihrer Emeritierung 2002 auch das Collegium Helveticum, das transdisziplinäre Forschungsinstitut von Universität und ETH Zürich. Sie war daneben im Rat der Weisen des EU-Forschungskommissars und Mitbegründerin des Collegium Budapest sowie auch des Europäischen Forschungsrats.
Vorbild für junge Forscherinnen
Sie werde energisch weiter daran arbeiten, «Forschung an den Grenzen des Wissens als dynamisches Element bei der Bewältigung der anstehenden Herausforderungen zu etablieren», meint Helga Nowotny zu ihrer neuen Aufgabe. Máire Geoghegan-Quinn, die neue EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft, gratulierte ihr zur Ernennung. Sie sei sicher, dass Helga Nowotny diesem europäischen Pionierprojekt Impulse verleihen werde: «Sie ist ein fantastisches Vorbild für junge Frauen, die eine wissenschaftliche Karriere anstreben. Wir brauchen mehr solche Persönlichkeiten wie sie.»
Quelle: www.ethlife.ethz.ch














